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Stéphane Lambiel in Davos

Biographie

Familie

Stéphane Lambiel wurde am 2. April 1985 in Martigny (Schweiz) im Sternzeichen Widder geboren. Sein Vater Jacques stammt aus der Schweiz, und seine Mutter Fernanda ist gebürtige Portugiesin (sie stammt aus der Gegend von Lissabon). Er hat einen jüngeren Bruder namens Christophe, geboren 1989, sowie eine ältere Schwester namens Silvia, geboren 1982. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Stéphane in der kleinen Stadt Saxon im Wallis.

Seine Eltern trennten sich, als er vierzehn Jahre alt war.

Nach seiner Matura, die er 2004 auf dem Gymnasium St. Maurice in Biologie und Chemie absolvierte, zog er mit einem Schulfreund nach Lausanne. Seine Mutter wohnt nach wie vor in Saxon und Stéphanes Großmutter, die er öfters besucht, in Portugal.

Karriere

Stéphane wurde früh mit dem Eiskunstlauf-Fieber infiziert. Bereits im Kindergarten liebte er es, sich Eiskunstlauf-Wettkämpfe im Fernsehen anzusehen, und seine Socken waren regelmäßig durchlöchert, weil er heimlich in der Garage Sprünge und selbst ausgedachte Choreographien einübte. Regelmäßig begleitete er seine Schwester Silvia zum Eiskunstlauf-Training, bis er schließlich mit sieben Jahren selbst auf das Eis wollte. Als ihn seine Mutter zum Eishockey drängte, stellte er sie vor die Wahl: Eiskunstlauf oder gar nichts, und es bedurfte eines Machtworts seines Vaters, damit ihm das Eiskunstlaufen erlaubt wurde. Als er neun Jahre alt war, fuhr seine Mutter ihn zum ersten Mal nach Genf zu Peter Grütter. Der erkannte sofort sein großes Talent, nahm ihn in seine Trainingsgruppe auf und da Harmonie und Erfolg sich sofort einstellten, trainiert Peter Grütter ihn noch heute. Jeden Tag pendelte Stéphane von da an zwischen Saxon und Genf und schaffte es, Schule und Training miteinander zu vereinbaren.

Mittlerweile ist er der ausdruckstärkste Eiskunstläufer der Welt, mit zum Teil selbstentwickelten Choreographien, unterstützt und verfeinert von seiner Choreographin Salomé Brunner. Stéphanes Markenzeichen sind seine einzigartigen Pirouetten, die er schneller als jeder andere dreht und zum Teil selbst erfunden hat. Sie haben ihm den Spitznamen „Pirouetten-König“ eingebracht.

Wettkämpfe

1998 nahm er an seinen ersten Junioren-Wettkämpfen teil und belegte bei den Schweizer Meisterschaften den 1. und bei den Grand-Prix' in Frankreich und China jeweils den 8. Platz. In den folgenden Jahren bis heute konnte er den Titel des Schweizer Meisters erfolgreich verteidigen. Bei den Europameisterschaften kam er seit 2001 immer unter die Top Ten und holte sich 2006, 2008 und 2010 die Silbermedaille.

Noch erfolgreicher schnitt er bei den Weltmeisterschaften ab, bei denen er 2005 in Moskau und 2006 in Calgary Weltmeister wurde und 2007 in Tokio die Bronzemedaille holte. Bei seinen ersten Olympischen Winterspielen belegte er 2002 in Salt Lake City den 15. Platz und errang 2006 in Turin trotz einer schweren Verletzung die Silbermedaille, sein bisher größter Erfolg.

Nach der Weltmeisterschaft 2008 in Göteborg, die für ihn nur mit einem enttäuschenden 5. Platz endete, zog er die Konsequenzen und wechselte Trainingsort und Trainer. Er zog nach Wayne nahe bei New York und trainierte dort für drei Monate unter Viktor Petrenko. Das Experiment schlug jedoch fehl, und er kehrte in die Schweiz zurück.

Im Oktober 2008 trat er aufgrund einer hartnäckigen Adduktorenverletzung, die er sich bei der Weltmeisterschaft in Göteborg zugezogen hatte, vom Wettkampfsport zurück. Dem Eiskunstlauf blieb er jedoch über die zahlreichen Shows erhalten, in denen er auftrat und in denen er - befreit von Wettkampfzwängen - in wunderschönen Programmen seine ganze Leidenschaft für den Eiskunstlauf ausleben konnte.

Knapp ein Jahr später, im Juli 2009 verkündete er seine Rückkehr in den Spitzensport - um sich vielleicht doch noch seinen großen Traum von einer olympischen Goldmedaille erfüllen zu können. Sein Trainer ist nun wieder Peter Grütter.

Wissenswertes

Stéphane spricht neben seiner Muttersprache französisch vier weitere Sprachen: englisch, deutsch, portugiesisch und italienisch.

Er sammelt mit Begeisterung Marienkäfer, von denen er inzwischen so viele hat, dass er einem Interview zufolge ein Marienkäfer-Museum damit einrichten könnte. Er backt leidenschaftlich gern Kuchen und Plätzchen und kann auch Schokolade nicht widerstehen.

Seine Kostüme entwirft er teilweise selbst; so entstand beispielsweise das berühmte Zebrakostüm aus dem Olympiajahr 2006 nach seinen Vorstellungen, weil er in seiner Kürmusik zu Vivaldis "Vier Jahreszeiten" ein Pferd zu hören glaubte. In seiner Phantasie wurde dieses Pferd zu einem Zebra mit Papageienflügeln, das er in seiner Kür darstellt. Auch die neuen Kostüme zu "La Traviata" und "Wilhelm Tell" gehen auf seine Ideen zurück, die er gemeinsam mit seiner Schneiderin aufs Papier brachte.

Quellen